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Bücher 1976

Reiner Kunze: Die wunderbaren Jahre
Aus Hunderten von Gesprächen, die der Dichter Reiner Kunze mit Schülern, Lehrlingen, Arbeitern und Soldaten der Nationalen Volksarmee führte, und aus Erfahrungen mit seiner eigenen halbwüchsigen Tochter entstanden diese Prosatexte, in denen er mit knappen, lakonischen Worten den Alltag von Jugendlichen in der DDR schildert. Der Titel, ein Zitat aus der "Grasharfe" von Truman Capote, ist bittere Ironie, denn nach allem, was Reiner Kunze erfahren hat, sind die Jahre der Entwicklung für kritische junge Menschen, die sich im sozialistischen Deutschland selbst verwirklichen wollen, gar nicht so wunderbar. Da werden schon Kinder, Spielzeugmaschinenpistolen im Anschlag, zum Haß auf den Klassenfeind gedrillt. Da lernen Elf- und Zwölfjährige in der sozialistischen Wehrerziehung, wie man Menschen tötet. Beklemmender noch als die Machtausübung von oben schildert der Autor die perfekten Unterdrückungsmechanismen, durch die Spießer und Ordnungshüter der Jugend Spontaneität austreiben und harmlose individuelle Lebensäußerungen: Jeans tragen, Jazzgruppen nachreisen, auf dem Brunnenrand Gitarre spielen, gammeln, trampen, ein Orgelkonzert in der Kirche besuchen ...
Die Erstausgabe erschien 1976 in der Bundesrepublik. Kurz darauf wurde Reiner Kunze aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. Bei uns lösten "Die wunderbaren Jahre" eine Betroffenheit aus, die diesen stillen Prosaband, in dem "keine einzige Zeile zufällig und so auch keine Zeile überflüssig ist" (Böll), zu einem Bestseller machte. Inzwischen ist das Buch in zehn Sprachen übersetzt worden. Es wurde nach einem Drehbuch von Reiner Kunze und unter seiner Regie verfilmt.
 

 

Heinar Kipphardt: März
Man braucht keine Fachkenntnisse, um dieses Buch zu verstehen. Da wird die Geschichte hauptsächlich einer Person, des schizophrenen Dichters März, erzählt, dessen Zusammenbruch seines Sozialsystems in ursächlichem Zusammenhang mit dieser tiefgestörten Gesellschaft steht. Der schizophrene Kranke ist wahrscheinlich nur sensibler, dünnhäutiger, verletzlicher, unfähiger zur Adaption, merkwürdig auf sich selbst beharrend, aber keineswegs der absolut andere. Tatsächlich ist mir nach und nach während der Arbeit die Betrachtungsweise, die März hat, immer leichter gefallen...: eine gewisse Naivität, eine gewisse Kindlichkeit, die auch nicht davor zurückschreckt, kindisch zu sein, etwas Radikales in bezug auf einfache, bildhafte Benennungen...Unsere Kultur hat zu tun, wie März einmal sagt, mit einer gewissen Wettbewerbsfolter. Man könnte sich doch durchaus vorstellen, daß ein späterer Beobachter die Leute, die sich so mühevoll abrichten ließen, die ihr ganzes Leben taten, was sie nicht wollten, Lohnarbeit genannt, und die sich wie gutwillige Haustiere benahmen, als 'Irre, Wahnsinnige, Verrückte' bezeichnet.
 

 

Erica Jong: Angst vorm Fliegen
Isadora Wing, die selbstkritische junge Amerikanerin, ist eine der vergnügtesten und rührendsten Heldinnen der Gegenwartsliteratur - eine entwaffnende und hinreißende Anti-Heldin. Immer auf der Suche nach Erlösern, Sinneslust und Sicherheit, ständig auf Trab und von einer Angst in die andere fallend, versucht sie sich Klarheit zu verschaffen, wer sie ist, was sie will, was sie noch lieber will, und woran es liegt, daß selten geht, was sie am liebsten will. Die Geschichte beginnt mit Isadoras Angst im Flugzeug auf dem Weg von New York zu einem Psychoanalytikerkongreß nach Wien, an dem ihr Mann teilnehmen und über den sie einen Artikel schreiben wird. Die Maschine ist vollbesetzt mit Psychoanalytikern. Bei sechs von ihnen war Isadora schon in Behandlung, mit dem siebten ist sie verheiratet und mit einem achten wird sie in Wien eine heftige Affäre haben. Hin und her gerissen zwischen dem achten, Adrian, und dem siebten, Ehemann Bennett, erlebt Isadora bei ihrer O dyssee kreuz und quer durch Europa alle Wonnen und Qualen der Leidenschaft, um am Ende zu erkennen, daß auch das totale Ausleben aller sexuellen Tag- und Nachtträume noch niemanden zu einem freien Menschen macht. Über Isadoras sexuelle Abenteuer und Mißgeschicke berichtet Erica Jong mit Witz, furiosem Temperament und einer Freimütigkeit, wie sie bisher männlichen Autoren vorbehalten schien. Von Henry Miller, John Updike und der internationalen Kritik als literarisches Ereignis gefeiert, hat der Roman in den USA Auflagen in Millionenhöhe erreicht und eroberte auch in Europa die Spitzenplätze der Bestsellerlisten.
 

 

 

Literaturpreise 1976

Nobelpreis für Literatur

Saul Bellow (USA)

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Max Frisch

Georg-Büchner-Preis

Heinz Piontek

Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main

Ingmar Bergman

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